Die Flucht jüdischer Menschen über den Krimmler Tauern 1947 und ein heutiges aktives Gedenken, Erinnern und Handeln


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1947 machten sich tausende Jüdinnen und Juden auf, um den anhaltenden Antisemitismus in Europa hinter sich zu lassen. Über abgelegene Pfade im hochalpinen Raum erreichten sie via Salzburg Italien, von wo aus sie sich mit Schiffen auf in eine neue Zukunft machen. Seit einigen Jahren erinnert der Verein für aktive Gedenk- und Erinnerungskultur APC (Alpine Peace Crossing) mit Gedenkveranstaltungen und -wanderungen an diese lange vergessene Fluchtbewegung.
Der Vortrag beleuchtet zunächst die historischen Ursachen der Flucht von 1947 (v.a. Shoah und Nachkriegs-Antisemitismus) und zeigt auch historische Fotos und Videoaufnahmen. Daran anschließend wird auf den erinnerungspolitischen Umgang an dieses Ereignis eingegangen. Dabei sollen sowohl das jahrzehntelange Schweigen über diese Fluchtroute als auch die nunmehrigen Gedenkinitiativen in den Blick genommen werden. Auch die darüberhinausgehende aktive Erinnerungsarbeit von APC, beispielsweise rund um die Debatte um nach wie vor nach Nazis benannte Straßen und Plätze oder auch die Problematisierung eines “Heldengrabs” für den SS-Medizin-Verbrecher Franz Bodmann in der Gemeinde Lend im Pinzgau, wird vorgestellt.
Robert Obermair ist Zeithistoriker an der Universität Salzburg und im Kernteam von APC aktiv.
Essen    18:30 Uhr
Beginn   19:00 Uhr